Ratgeber 2026
Infrarotkabine knackt beim Aufheizen: Das steckt dahinter
In den meisten Fällen harmlose Materialausdehnung – so erkennen Sie die Ausnahme.
Kurz nach dem Einschalten oder während die Kabine aufheizt, sind knackende oder knarrende Geräusche aus Wand- oder Bankelementen zu hören? Das lässt viele Nutzerinnen und Nutzer zunächst an einen Defekt denken, hat aber meist eine ganz gewöhnliche technische Ursache: die Ausdehnung von Materialien unter Wärme.
Wärmeausdehnung als häufigste Ursache
Holzplatten, Verbindungselemente und teils auch Metallteile dehnen sich bei Erwärmung minimal aus und ziehen sich beim Abkühlen wieder zusammen. Diese kleinen Bewegungen an Verbindungsstellen erzeugen häufig ein knackendes oder knarrendes Geräusch, ähnlich wie es von Dielenböden oder Möbeln in der Nähe von Heizkörpern bekannt ist. Tritt das Geräusch ausschließlich während der Aufheizphase auf und verschwindet, sobald die Kabine ihre Zieltemperatur erreicht hat, spricht das stark für diese harmlose Ursache.
Die Einlaufphase bei neuen Kabinen
Bei neu aufgebauten Kabinen berichten viele Nutzerinnen und Nutzer von auffälligeren Geräuschen in den ersten Wochen der Nutzung. Verbindungen zwischen Holzelementen setzen sich hier erst durch wiederholte Erwärmung und Abkühlung, wodurch anfängliche Materialspannungen abgebaut werden. Beobachten Sie deshalb, ob das Geräusch über mehrere Anwendungen hinweg spürbar nachlässt – das spricht für eine normale Einlaufphase statt für ein bleibendes Problem.
Luftfeuchtigkeit am Standort
Auch Schwankungen der Luftfeuchtigkeit am Aufstellort beeinflussen, wie stark das Holz „arbeitet". Trockene Heizungsluft im Winter etwa lässt Holz stärker schwinden und quellen als eine gleichmäßigere Luftfeuchtigkeit, was sich zusätzlich in Geräuschen äußern kann.
Sauna-Thermometer-Hygrometer 2 in 1 aus Holz
20,71 €
Stand 12.10.2026 · inkl. MwSt., ggf. zzgl. Versand · maßgeblich ist der aktuelle Preis auf Amazon
Preis auf Amazon prüfenEin Hygrometer am Aufstellort gibt Ihnen einen objektiven Anhaltspunkt, ob ungewöhnlich trockene oder feuchte Luft eine Rolle spielen könnte. Mehr zur Standortwahl lesen Sie in unserem Ratgeber Bad, Keller oder Wohnraum als Standort.
Warum das Geräusch bei manchen Kabinen ausgeprägter ist
Wie stark sich Wärmeausdehnung als Geräusch bemerkbar macht, hängt auch von der Bauweise der jeweiligen Kabine ab. Modelle mit vielen einzelnen Holzelementen und Verbindungsstellen neigen tendenziell zu mehr hörbaren Geräuschen als sehr massiv gebaute Kabinen aus wenigen großen Teilen. Das ist kein Qualitätsmangel, sondern eine bauartbedingte Eigenschaft, die Sie bei der Einordnung eines Geräuschs mit berücksichtigen können.
Warum das Geräusch oft an derselben Stelle auftritt
Bemerken Sie, dass das Knacken scheinbar immer von derselben Ecke oder demselben Wandelement kommt, ist das kein Widerspruch zur Erklärung durch Wärmeausdehnung – im Gegenteil: Bestimmte Verbindungsstellen sind konstruktionsbedingt stärkeren Spannungen ausgesetzt als andere und geben dieser Spannung deshalb bevorzugt an genau dieser Stelle nach. Ein wiederkehrendes Geräusch von derselben Position ist also eher ein Hinweis auf die betroffene Verbindungsstelle als ein Alarmsignal für einen fortschreitenden Defekt.
Wann eine lose Verbindung die Ursache sein kann
Tritt das Geräusch nicht nur beim Aufheizen, sondern auch beim Hinsetzen oder bei Bewegung auf der Bank auf, kann statt reiner Materialausdehnung auch eine mit der Zeit gelockerte Verbindungsschraube an Wand- oder Bankelementen die Ursache sein. Prüfen Sie zugängliche Schraubverbindungen mit einem Blick und ziehen Sie sie vorsichtig nach, sofern der Hersteller dies vorsieht – arbeiten Sie dabei nicht an tragenden oder elektrisch verbundenen Bauteilen.
Abgrenzung zu Geräuschen aus der Strahlertechnik selbst
Knackgeräusche aus Wand- oder Bankelementen sind von gelegentlichen leisen Klick- oder Summgeräuschen direkt aus einem Strahlergehäuse zu unterscheiden. Während Ersteres meist die beschriebene Materialausdehnung im Holz betrifft, kann Letzteres mit der internen Elektronik oder Steuerung eines Strahlers zusammenhängen. Lässt sich ein Geräusch eindeutig einem einzelnen Strahler statt der Holzkonstruktion zuordnen, lesen Sie unseren Ratgeber Wartung & Lebensdauer der Strahler für weiterführende Hinweise.
Wie häufig leichtes Knacken normal ist
Ein gelegentliches, leises Knacken beim Aufheizen ist bei den meisten Holzkabinen über die gesamte Nutzungsdauer hinweg normal und kein Anzeichen für fortschreitenden Verschleiß. Entscheidend ist weniger, ob überhaupt ein Geräusch auftritt, sondern ob sich Lautstärke, Häufigkeit oder Charakter des Geräuschs im Vergleich zu früheren Anwendungen spürbar verändert haben.
Schritt für Schritt zur Einordnung
Beobachten Sie zunächst, ob das Geräusch ausschließlich während des Aufheizens auftritt oder auch unabhängig davon bei Belastung. Prüfen Sie bei neuen Kabinen, ob sich das Geräusch über mehrere Wochen abschwächt. Kontrollieren Sie zugängliche Schraubverbindungen an Wand- und Bankelementen auf sichtbaren Sitz. Bleibt das Geräusch ungewöhnlich laut, einseitig oder tritt zusammen mit sichtbaren Rissen auf, wenden Sie sich an den Kundendienst des Herstellers, statt selbst weiter an der Konstruktion zu arbeiten.
Vorbeugung im Alltag
Wählen Sie nach Möglichkeit einen Standort mit möglichst stabiler Luftfeuchtigkeit und Raumtemperatur, lüften Sie die Kabine nach jeder Nutzung ausreichend und prüfen Sie zugängliche Verbindungen gelegentlich auf festen Sitz. Mehr zum richtigen Lüften nach der Anwendung lesen Sie in unserem Ratgeber Infrarotkabine im Winter richtig lüften.
Kurz zusammengefasst
Knackende Geräusche beim Aufheizen gehen in den allermeisten Fällen auf die normale Wärmeausdehnung von Holz und Verbindungselementen zurück, besonders in den ersten Nutzungswochen einer neuen Kabine. Prüfen Sie bei Unsicherheit, ob das Geräusch ausschließlich beim Aufheizen auftritt und mit der Zeit nachlässt – das spricht für eine harmlose Ursache. Ungewöhnlich laute, einseitige oder von Rissen begleitete Geräusche sollten Sie dagegen dem Kundendienst melden, statt selbst an der Konstruktion zu arbeiten.